Anja & Robi
Seit 2008 gehören auch wir Nordlichter zu Susanne's Schülern. Wir, das sind Robi ein zwölfjähriger Mecklenburger Wallach und Besitzerin Anja. Ich habe Robi im Februar 2001, damals knapp vierjährig und seit drei Monaten angeritten gekauft. Im Nachhinein betrachtet eine sehr mutige Entscheidung, da ich damals zwar auf eine gut zehnjährige, intensive Reitschulkarriere zurückblicken konnte, aber keinerlei Erfahrung im Umgang und mit der Ausbildung junger Pferde hatte. Zum Glück hat es mir Robi sehr leicht gemacht, denn er war von Beginn an immer freundlich und aufgeschlossen. Er ist wirklich ein Aushängeschild für das Zuchtziel seiner Rasse: mutig, freundlich, rittig, leistungsbereit.
Bis zum Jahr 2003 bekamen wir regelmäßigen Reitunterricht bei der Ausbilderin, die Robi 2001 angeritten hatte. In dieser Zeit arbeiteten wir hauptsächlich am Reitersitz und an der Balance des Pferdes. Mit einem Stockmaß von 1,80 Metern hatte Robi anfangs große Schwierigkeiten, sich in einer 20 x 40 Meter Reithalle zurechtzufinden. Leider musste unsere Reitlehrerin im Herbst 2003 aus beruflichen Gründen umziehen, so dass wir von da an auf uns alleine gestellt waren. Zum Glück hatte sie uns vorher mit dem nötigen Rüstzeug ausgestattet, so dass wir unseren Weg vorerst alleine weiter gehen konnten.
Nachdem ich in den Jahren 2004 und 2005 aus beruflichen Gründen nur noch unregelmäßig zum Reiten kam und mit Robi viel durchs Gelände gebummelt bin, stieg ich Mitte 2006 wieder ins Training ein. Allerdings weiterhin ohne die Unterstützung eines Reitlehrers. Dem entsprechend ritt ich jetzt zwar regelmäßig, aber kam irgendwie nicht richtig voran. Robi ließ sich inzwischen sicher in allen drei Gangarten auch auf engeren Linien reiten. Aber oft verkroch er sich dabei hinter die Senkrechte und lief auf der Vorhand.
Nach einer längeren Verletzungspause Ende 2007 rieten mir mehrere Tierärzte unabhängig voneinander, Robi in Rente zu schicken bzw. mit ihm nur noch geradeaus im Schritt durchs Gelände zu bummeln, da er aufgrund seiner Größe und der hohen Bewegungsamplitude den Belastungen eines Reitpferdes auf Dauer nicht gewachsen wäre. Das war der Punkt, der mich zum Umdenken bewegte. Wenn das Pferd nicht von sich aus in der Lage war, sich physiologisch unbedenklich zu bewegen, muss ich es eben entsprechend reiten, damit es das kann. Robi gerade aufgrund seiner tollen Bewegungen mit gut 10 Jahren in Rente zu schicken, kam für mich nicht in Frage. So trainierte ich ihn im Frühjahr 2008 langsam wieder an. Aber die bekannten Probleme blieben erhalten und waren für mich auch nicht ohne professionelle Unterstützung zu beheben.
Im Sommer 2008 lernte ich Susanne kennen, und im Herbst 2008 nahm sie zum ersten Mal den langen Weg von Augsburg bis kurz vor Rügen auf sich, um uns in einem 2,5-tägigen Reitkurs zu unterrichten. Zunächst arbeiteten wir an meinem Sitz, der sich im Verlauf der Jarhe nicht gearde vorteilhaft entwickelt hatte. Schon im nächsten Reitkurs Ende Dezember konnten wir die ersten Baustellen am Pferd angehen: Gymnastizierung über Seitengänge und die Förderung der Tragkraft rückten in den Mittelpunkt und wurdem im folgenden Kurs im Mai 2009 weiter vertieft.
Obwohl wir aufgrund der großen Entfernung leider nicht in den Genuss von regelmäßigem Reitunterricht bei Susanne kommen, hat sich das Lernen in Kursform für uns durchaus bewährt. In den Kursen werden die Themen des vorangegangenen Kurses überprüft und ggf. korrigiert. Anschließend werden neue Zielsetzungen bestprochen, entsprechende Übungsfolgen installiert und die Hausaufgaben bis zum nächsten Kurs festgelegt. In der Zeit zwischen den Kursen steht uns Susanne jederzeit per Email für Fragen zur Verfügung und hilft so aus der Ferne, wenn es irgenwo mal hakt.
Mit Susanne haben wir eine Ausbilderin und ein Unterrichtskonzept gefunden, das sehr gut Robi und mir paßt. Und ich denke, unsere gemeinsame Entwicklung im vergangen Jahr gibt dieser Einschätzung recht. Robi ist jetzt besser in der Lage sich selbst zu tragen. Die Hinterhand gewinnt immer mehr an Tragkraft und kann die Vorhand zunehmend entlasten. Die Anlehnungsprobleme treten immer seltener auf. Und unsere gemeinsamen Reiteinheiten werden zunehmend harmonischer und "runder". Entgegen der tierärztlichen Prognosen entwickelt sich Robi unter dem Sattel sehr gut. Er muskelt zusehends auf und entwickelt ein ganz neues Selbstbewusstsein. Kurzum: Wir sind auf dem richtigen Weg...






