Karo & Romeo

Wir lernten uns 2006 kennen. Nach nur einem Proberitt im Gelände entschied ich mich für Romeo. Ein damals 6-jähriger Vollblut-Warmblut Wallach, angeritten und sehr, sehr dünn.

Durch seine etwas unglückliche Vergangenheit und seine gesundheitlichen Defizite hatten wir immense Startschwierigkeiten. Er zwickte, ließ sich ungern streicheln, am Kopf anfassen war Tabu, Satteln und Trensen konnte ich ihn nur mit Hilfe und der ein oder andere Anbindebalken musste dran glauben.

Nachdem ich ihn etwas aufgepäppelt hatte zogen wir in einen Stall mit Halle, um uns vermehrt der Dressurarbeit zu widmen. Ein weiteres Problem entstand als sein Futterzustand besser wurde: Er entwickelte enorme Kraft und Energie, die er manchmal bewusst gegen mich einsetzte. Das ging soweit, dass ich ihn eines Tages gar nicht mehr von der Koppel holen konnte. Mein Stallbesitzer musste ihn mit Handschuhen und langem Seil ausgerüstet für mich einfangen und in die Box bringen.

Leider ging ich mit diesem Pferd viele für uns falsche und ihm und seinem Charakter nicht gerechte Wege. Der Stress beim Reiten wurde immer größer und der Spaß und die Lust an der Arbeit vergingen uns beiden immer mehr.

Bilder aus dem Jahr 2007

Unsere Probleme kurz zusammengefasst: weggerückter, fester Rücken, aufgerollter Hals mit falschem Knick, Angst vor der Hand und nervöser Ponyrenntrab. An Dehnungshaltung und ruhige, kontrollierte Gänge war nicht zu denken!

Doch vor einem Jahr (2008) kam unsere Rettung: Susanne…Unsere erste Unterrichtseinheit bestand darin, Romeo am langen Zügel durch eine Konterschulterhereinstellung im Schritt, dann im Trab zum Nachgeben zu bringen und siehe da, das Pferd verlor seinen Renngang und gab, wenn auch noch spannig auf dem Gebiss nagend in die Tiefe nach.

Die nächsten Wochen arbeitete ich Romeo nur noch 15 min am Tag viel im Schritt und etwas Trab um ihm den Stress an der Arbeit zu nehmen. Unser Motto war seitdem: “Reiten und Arbeiten macht Spaß”. Durch zusätzliche Kappzaumarbeit (von mir auch Krankengymnastik genannt) verbesserte sich seine Muskulatur und seine Bewegung. Durch eine Mischung aus Dominanz- und Vertrauenstraining wurde er auch im Umgang ungefährlicher und unkomplizierter

Auf dem Sandplatz 2008

Wir lernten durch den Unterricht von Susanne wie viel Spaß Pferdeausbildung machen kann. Und auch dass man seine Ziele auch ohne Kraft und Hilfszügel erreichen kann. Denn erst wenn das Pferd nicht gegen sondern mit seinem Reiter arbeitet wird das Ergebnis gut und das Pferd stolz und schön.

Wenn ich über unsere heutigen “Probleme” nach einem Jahr Unterricht bei Susanne nachdenke kommt es mir vor wie “Jammern auf hohem Niveau”. Deshalb will ich gar nicht viel dazu schreiben, seht Euch selbst die Bilder an, viel mehr muss man dazu fast nicht sagen…

Sommer 2009

Erst durch ihre Hilfe ist zwischen mir und meinem Romeo ein Team entstanden dass sich jeden Tag aufs neue an der gemeinsamen Arbeit erfreut.

Es gab Zeiten in denen ich mich fragte warum ich dieses Pferd so unüberlegt gekauft habe und wenn ich ehrlich bin habe ich die Entscheidung auch schon das ein oder andere Mal bereut. Es gab Zeiten da war ich kurz vor dem Aufgeben da ich mir nicht vorstellen konnte dass er sein Verhalten jemals ändern würde.Doch heute will ich dieses Pferd als Lehrer und Freund nicht mehr missen und danke ihm dafür dass er sich FÜR die Arbeit mit mir entschieden hat.

Vielen Dank an Susanne, die nach nur 9 Unterrichteinheiten verteilt auf ca. ein Jahr so beachtliche Fortschritte erzeugte.

Karo & Romeo 2009