Über Novaja, Solaris & mich

- Novaja und ich
Novaja
ist meine 17 Jahre alte Traberstute. Sie lief 5 Jahre lang auf der Trabrennbahn, bevor sie aus gesundheitlichen Gründen aus dem Sport ausschied. Ein Jahr später lernte ich sie kennen. Sie ist definitiv das Pferd in meinem Leben von und mit dem ich bisher am meisten gelernt habe. Novaja ist enorm engagiert, wenn man es geschafft hat, sie für sich zu gewinnen. Aber stutentypisch hat sie oft eine sehr ausgeprägte eigene Meinung zu den Dingen. Unter dem Sattel besteht die Schwierigkeit darin, sie psychisch und physisch ins Gleichgewicht zu bringen und dort zu halten, sowie den schlechten Takt zu verbessern. Ich muss auch ganz ehrlich zugeben, dass ich positivst überrascht bin, wie weit wir reiterlich gekommen sind. Im täglichen Umgang und in der Bodenarbeit ist sie traumhaft sensibel, höflich und fein, wenn man freundlich und konsequent mit ihr umgeht.
Solaris
ein 4-jähriger Spanierwallach, ist das neueste Familienmitglied. Er lernt gerade das Pferde-ABC in Bodenarbeit, Longenarbeit sowie Grunderziehung kennen und begleitet Novaja und mich auf Ausritten als Handpferd. Anreiten werde ich ihn, wenn er physisch und psychisch soweit erwachsen ist, dass er unbeschadet und nicht überfordert unter dem Reiter gehen kann. Und bis dahin möchte ich ihn über sinnvolle Gymnastizierung vom Boden aus bestmöglich darauf vorbereiten. Viel Spaß machen diesem sehr verspielten Jungwallach Zirkuslektionen. Er beherrscht Ja- und Nein-Sagen, Kompliment, Knien, Ablegen und Sitzen. Apportieren und Kreiseln üben wir gerade. Ich bin schon sehr gespannt, wie Solaris sich entwickeln und wo der gemeinsame Weg hinführen wird.
Susanne Prankel
also ich, lebe mit meinem Mann und meinem Kater in Augsburg.
Schon als Kind fand ich Pferde schön, elegant und faszinierend und wollte natürlich unbedingt Reiten lernen. Als Jugendliche hatte ich meine Eltern endlich mürbe gemacht, und so hatte ich einige Jahre Unterricht in einem Reitverein. Dort bekam ich auf Schulpferden die Grundbegriffe des Englischreitens vermittelt. Als ich als Austauschschülerin ein Jahr in den USA war, hatte ich das Glück, von einer erfahrenen Pferdefachfrau an ihren Pferden sehr viel über Boden- und Freiarbeit lernen zu können.
Zurück in Deutschland ritt ich ein paar Jahre Western-Freizeit. Als ich Novaja gekauft hatte, stand ich vor einem großen Problem. So einfach, wie ich mir das mit ihrer Umschulung zum Freizeitpartner vorgestellt hatte, war es leider nicht. Vom Boden aus hatten wir sehr schnell einen Konsens gefunden, und Novaja arbeitete schön mit. Unterm Sattel war es schwieriger: ihre Vorgeschichte und Ausbildung als Rennpferd, ihre schwierige Gangmechanik und ihr Körperbau zwangen mich, nach neuen Ideen für eine Lösung zu suchen.
Der erste Lichtblick war ein Lehrfilm eines bekannten klassischen Ausbilders, den mir eine Freundin lieh. Hier bekam ich neue Denkanstöße und Ideen, die mir mit Novaja von Anfang an weiterhalfen. So stieß ich auf die klassische Reitweise. Hier lernte ich eine Arbeitsmethodik kennen und schätzen, die in idealer Weise, systematisch, logisch und konsequent, sowohl den Reiter als auch das Pferd fördert und unterstützt. Und dabei weder auf bestimmte Pferdrassen oder Menschentypen ausgerichtet ist, sondern allgemein anwendbar ist.

- Novaja 2001

- Novaja 2009
Ermutigt durch die großen Fortschritte, die Novaja auf diesem Weg machte, verfolge ich seitdem konsequent diesen Weg. Um neue Impulse und Ideen, sowie Feedback zu bekommen bilden Novaja und ich uns regelmäßig weiter. So haben wir an zahlreichen Fortbildungen, u.a. bei Bent Branderup, Sabine Frömming, Richard Hinrichs und Christine Stückelberger teilgenommen.


